2008 | Skulpturenpark-Ostaue: Zwischen den Zweigen

Vier Jahre nach der letzten Skulpturenausstellung veranstaltete die Stadt Karlsruhe erneut den Wettbewerb "Kunst im öffentlichen Raum". Sieben Werke wurden von einer Fachjury ausgewählt, darunter "Zwischen den Zweigen" von SaDoRoSt. Zugelassen waren Bewerbungen aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Elsass. Aufstellungsort ist seit September 2008 für die Dauer von zwei Jahren der neue Ostauepark und dessen Peripherie, zu der die Hochschule für Musik mit Schloss Gottesaue und der ehemalige Schlachthof gehören.







Das Konzept von SaDoRoSt:


Der Ort:
Der Ostauepark ist ein Erholungs- und Aufenthaltsort für Jung und Alt zum Spazierengehen, Skaten, Ballspielen, etc.


Das Projekt:
Die Arbeit von SaDoRoSt zieht sich durch den ganzen Park: In den Bäumen hängen Bälle. Etwas was jeder kennt: Beim Ballspiel ist ein Ball im Baum hängen geblieben. Erst auf den zweiten Blick wirkt es komisch und künstlich. Die Bälle schweben. Sie befinden sich ca. einen halben Meter unterhalb eines Astes - so, wie niemals ein Ball hängen bleiben würde – sie klemmen nicht in den Ästen. Die Erscheinung und die Deutung des Projektes wechselt mit dem Betrachterstandpunkt und mit den Jahreszeiten. Beim Wandel durch den Park tauchen Fragen auf und klären sich dann dahin, dass es absichtlich konstruiert wurde. Ob Kunst, ob Spiel bleibt offen, der Orts- und Raumbezug hingegen wird offensichtlich.


Die Bälle:


Die ca. 50 Bälle hängen an unsichtbaren Nylonschnüren und sollen möglichst unterschiedlich sein: neue wie auch ältere mit Gebrauchsspuren. Das öffnet das Kunstwerk: Im Vorfeld der Realisierung werden die Künstlerinnen zu einer Tauschaktion „alt gegen neu“ aufrufen. SaDoRoSt wird die Besitzer bitten, ihre Bälle zu signieren und/oder farbig zu kennzeichnen. Die Bälle können dann spätestens im darauf folgenden Winter im Ostauepark wieder entdeckt werden.





Die Choreografie:
Betritt man den Park von Westen oder von Norden her, sieht man mit aufmerksamen Augen einen Ball. In der Allee sind dann jeweils schon 3-5 zu sehen. In der Platanengruppe und der Kastaniengruppe werden es mehr (jeweils 8-10). Die Bälle verdichten sich zum Zentrum des Parks hin und häufen sich bei den Bolzplätzen vor allem in der Silberpappel (15-20 Stück). Nördlich des Gottesauer-Schlosses am kleinen Bolzplatz hängen ca. 8 Bälle im Ahorn.


Die Jahreszeiten:




Tragen die Bäume Laub, sind nur die Bälle an den äußeren und unteren Ästen sichtbar. Verlieren sie es zum Winter hin, entfalten die schwebenden Bälle gegen die kahlen Bäume ihre farbige Pracht. Sie werden zum Baumschmuck - passend zur Jahreszeit. Eine Besonderheit in den Kastanien und Platanen: Sie tragen im Herbst, bzw. Winter kugelförmige kleine Früchte, zwischen denen nun Mutanten in Fussballgröße hängen.



Die Technik:
Mit chirurgischen Nadeln befestigen die Künstlerinnen in den Ballnähten haltbare Nylonschnüre und hängen die Bälle mit Hilfe einer Hebebühne in die Baumzweige. Einmal im Jahr wird das Werk gewartet: nachhängen, aufpumpen und Fäden erneuern.






Links:
- Projektseite Stadt Karlsruhe
- Katalog [PDF, 2.25MB]



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