2012 | Wellenbad



Die Künstlerinnengruppe SaDoRoSt lädt ab 8. August zu dem Projekt „Wellenbad“ in der nördlichen Marienstraße in Karlsruhe ein. Sie spürten die Nacht zuvor mit Smartphones die Zentren stark anzeigender, sichtbarer Funknetze (WLANs) und deren Kennung auf. Durch farbige Linien und Schilder auf der Straße werden die sich überlagernden Netze und Namen sichtbar gemacht. Den Künstlerinnen geht es dabei nicht wie beim Warwalking („Wireless Access Revolution“) darum, offene Netze zu entdecken, um kostenfrei zu surfen, sondern darum, Überschneidungen unterschiedlicher Räume - privater Datenräume mit öffentlichem Raum - sichtbar zu machen.







Die privaten WLANs sind nur ein kleiner Anteil der elektromagnetischen Felder, die uns täglich umgeben. "(...) Im Falle der WLANs sind sie nur etwa 100 Milliwatt stark, was freilich ausreicht, um eine Fläche im Umkreis von 100 Metern abzudecken. SaDoRoSt haben nun einen Teil von ihnen öffentlich gemacht - und zugleich eine neue Art von Street Poetry geschaffen. Denn die Namen der der einzelnen Netzbereiche ergeben zusammen gelesen so etwas wie ein neo-dadaistisches Gedicht." (Zitat: Michael Hübl, "Schmatzimatzi im Magnetfeld", Badische Neuste Nachrichten, 11.08.12)















Das „Wellenbad“ lädt ein, normalerweise unsichtbare Datenräume/elektromagnetische Felder und deren Superposition (Überlagerung) bewusst zu durchschreiten und aufgrund der Netzwerkkennung eine Ahnung von dahinter stehenden Bewohnern zu erhaschen.







"(...)Viva la Südstadt: Sprachkreativität wird hier offensichtlich großgeschrieben, denn einer hat sein Netz liebevoll "Schmatzmatzi" genannt. Der Anlass, bei dem die Idee zu dem Projekt geboren wurde, klingt daneben beinahe prosaisch: "Blubbern aus der Tiefe" hieß ein Beitrag von SaDoRoSt zu einer Initiative des Städtischen Kulturamts, bei der es um Kunst im öffentlichen Raum ging. Vom Titel scheint da manches heiter und nett. Und verweist doch allemal auf ernstzunehmende Hintergründe. Wie beim "Wellenbad" - das ja durchaus nicht jeder freiwillig nimmt." (Zitat: Michael Hübl, "Schmatzimatzi im Magnetfeld", Badische Neuste Nachrichten, 11.08.12)