1997 | Pratergarten Berlin: Ozelot

SaDoRoSt in Zusammenarbeit mit Kasia Badach

Ozelot ... sie sollen alle leben wie wir ...

Ozelot ... sie sollen alle leben wie wir ...

Der Pratergarten im Prenzlauer Berg in Berlin hat ein jahrmarkt- ähnliches Ambiente: ein großer Biergarten, umgeben von einstöckigen Baracken mit vergitterten Fenstern, hinter denen sich kleine Räume verbergen. Dort veranstaltet die Galerie Walden den Sommer über eine Ausstellungsreihe.


Ozelot ... sie sollen alle leben wie wir ...

Statt den Raum begehbar zu machen, wie es bei den anderen Projekten dieser Reihe üblich war, haben die Künstlerinnen ihn verschlossen. Sein Inneres ist nur von außen durch das vergitterte Fenster zu sehen. Auf seiner Rückwand läuft eine ungeschnittene Videosequenz aus dem Berliner Zoo: ein hin- und herlaufender Ozelot. Unermüdlich läuft er von Ecke zu Ecke, manchmal faucht er.


Ozelot ... sie sollen alle leben wie wir ...

Man betrachtet ihn in seinem virtuellen Gehege. Damit die Projektion die gesamte Rückwand des Raumes ausfüllt, wird das Bild des Videobeamers über verschiedene Spiegel umgelenkt. Die unterschiedlichen Spiegel geben dem Bild malerische Wirkung. Der Ozelot wirkt wie in eine falsche Welt projiziert, fast wie in einem Aquarium.


Ozelot ... sie sollen alle leben wie wir ...

Ausgehend von den räumlichen Gegebenheiten thematisieren die Künstlerinnen ein menschliches Verhaltensmuster: die Projektion eigener Lebenswirklichkeit und Lebensumstände als ideale und richtige Lebensweise für andere. Das durchschnittliche Gehege im Zoo hat 16 Quadratmeter – wie ein Kinderzimmer. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Tier in natürlicher Umgebung 50 Quadratkilometer beansprucht oder nur wenige Quadratmeter.